Wusstest Du Schon, Gehirn und Fernsehen

Die zweite Eigenproduktion, mit klarem Fokus auf Inhalt.

Alle Erkenntnisse im Video beruhen auf einen Vortrag von Manfred Spitzer.
Dr. Dr. Manfred Spitzer (* 27. Mai 1958 in Lengfeld) ist Psychologe und Hochschullehrer.
Seit 1998 ist er ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, dort leitet er das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL), das sich vor allem mit Neurodidaktik beschäftigt. Manfred Spitzer hat zum Thema das Buch ‘Vorsicht Bildschirm’ (Taschenbuch. Dtv, München) veröffentlicht und präsentiert seine eigene Sendereihe “Geist & Gehirn” auf BR-alpha.

Der Text zum Nachlesen:
Warum Fernsehen schlecht für das Gehirn ist.

Was schon lange bekannt ist:
Wie lange Du fernsiehst und Computer spielst, legt fest wie viel Übergewicht Du später einmal haben wirst
und wie fit du später sein wirst.

Fernsehen schaltet die Muskeln ab, das heißt beim Fernsehen
und Video schauen gehört auch dazu,
beim Fernsehen verbrauchst du weniger Kalorien, als wenn Du gar nichts machen würdest.
einfach auf der Couch liegen, z.b
Das sind jeden Tag 250 Kalorien weniger verbrannt.

Der Zusammenhang ist eindeutig.
Nicht dicke Kinder schauen mehr fern, sondern Fernsehen und Videos machen dick.
Nicht dumme Kinder gucken mehr fern, sondern Fernsehen und Videos machen dumm.

Fernsehen und Computerspielen ist nach Schlafen die zweithäufigste Tätigkeit.
Dann erst kommt die Schule.
Lernen findet aber immer statt.
Immer wenn Du dein Gehirn gebrauchst, denn Lernen ist nichts anderes, als in Deinem Gehirn Spuren anzulegen.

Wir erklären es Euch:

Das Gehirn ist unser wichtigstes Organ.
Es besteht aus Nervenzellen, den Neuronen.
Die Neuronen sind verbunden durch Synapsen.
Wird eine Synapse häufig gebraucht, wird die Verbindung stärker.
Jede Erfahrung die Du machst, verstärkt bestimmte Verbindungen,
das ist lernen. Das Gehirn ist nicht für Einzelheiten gebaut,
das kennst Du vielleicht wenn du für Englisch Vokabeln lernen sollst.
Die zu merken ist wirklich schwer.
Aber Regeln und Regelmäßigkeiten merken wir uns ganz leicht,
BEISPIEL
Versucht zu lesen was hier auf dem Blatt steht, auch wenn es komisch aussieht.
——
Afugrnud enier Sduite an enier Elingshcen Unvirestät ist es eagl,
in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen,
das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbaen am rcihgten Paltz snid.

Der Rset knan ttolaer Bölsdinn sien,
und du Knasnt es torztedm onhe Porbelme lseen.
Das ghet dseahlb, wiel wir nchit Bcuhtsbae für Bcuhtsbae enizlen lseen,
snodren Wröetr als Gnaezs.
—–
Also.Das Gehirn lernt nicht die einzelnen Beispiele,
sondern die Regeln nach denen Diese funktionieren.
Das Hirn lernt durch Benutzung.
Es saugt Informationen durch Erlebnisse auf.
Am Anfang passiert das auf sehr einfacher Ebene.
Es entsteht eine Art Trampelpfad.
und wenn ein Trampelpfad erst mal da, ist wird er auch benutzt, einfach weil er da ist.
Aus Pfaden werden Wege, aus Wegen Straßen, und aus Straßen Autobahnen.
Später entstehen auf höherer Ebene neue Pfade, die die Autobahnen weiter unten verbinden.
und wieder aus Pfaden werden Wege, aus Wegen Straßen, und aus Straßen Autobahnen.
dann entstehen wieder neue Pfade die wieder Autobahnen weiter unten verbinden.

So entsteht ein Geflecht, das über die verschiedenen Ebenen immer mehr Neuronen verbindet.

Unser Gehirn ist bei der Geburt nicht vollständig entwickelt.
das heißt die Zellen und Verschaltungen sind zwar ALLE schon da,
aber die Verbindungen sind sehr dünn und langsam.
60 Prozent des Erwachsenen Gehirns sind Fett. Das Gehirn eines Neugeborenen hat nur sehr wenig Fett.
Fett macht im Gehirn aus Trampelpfaden die Straßen und Autobahnen.
Durch das Fett wird die Verbindung schneller und
Dadurch können immer mehr Bereiche in die Informationsverarbeitung mit einbezogen werden.
Zuerst werden die unmittelbaren Funktionen ausgebaut,
also Sinneswahrnehmung und die Körperbewegung.
Später kommen die höheren Ebenen dazu,
zu Beispiel um die Wahrnehmungen zu bewerten
Wie viel Ebenen gibt’s denn?
Etwa Zwischen 24 bis 36, je nachdem wie man zählt.
Die Ebenen werden von unten nach oben zu Straßen ausgebaut.
Die frühen Spuren sind also die allerwichtigsten, denn die entstehen von allein.
Und Sie sind die einzigen die mit der Umwelt unmittelbar zu tun haben.
Die frühe Entwicklung heißt für Hirnforscher übrigens 20 Jahre.
Später kommen im Wesentlichen nur noch Bewertungen dazu.

Wir wissen
Das zweit häufigste Erfahrungsmedium nach Schlafen für Kinder sind Bildschirme.

Das Gehirn lernt aber mit allen Sinnen:
Kinder nehmen Dinge in die Hand, lassen Sie fallen, nehmen Sie in den Mund, usw.
Aber nur die Kombination aller Sinne macht Sinn,
das heißt nur wenn eine Erfahrung durch verschiedene Sinne bestätigt wird, entsteht im Hirn eine Regel, die mit der Wirklichkeit auch wirklich zu tun hat.
Im Fernsehen kommt der Ton für uns unmerklich zeitlich versetzt zum Bild, ein junges Gehirn merkt sich aber diese Unterschiede.
Dazu kommt der Ton noch aus einer anderen Richtung als das Bild.
und das Bild ist auch nur zweidimensional, d.h. es fehlt die Tiefe, die räumliche Erfahrung.

Fernsehen ist verarmte Realität.
Verarmte Realität verursacht weniger und schlechte Pfade im Gehirn.
und wenn die ersten Pfade schlecht sind, überträgt sich das auf alle höheren Ebenen.

Studien belegen: Mehr Fernsehen mit 5 Jahren verursacht weniger gute Schulabschlüsse mit 25 Jahren.
Dabei sind Umweltfaktoren wie Einkommen und Herkunft der Eltern, oder genetische Einflüsse schon raus gerechnet,
die kommen dann noch dazu.
Fernsehen mit einem Jahr fördert Aufmerksamkeitsstörungen mit sieben.

Fernsehkonsum mit 4,5 und 6 begünstigt Leseschwäche nachweisbar bis in die 3. Klasse hinein.
Dazu kommt: schwach begabte Kinder leiden mehr unter Fernsehkonsum als normal begabte.
und Videos gehören auch dazu!!

Diese Erkenntnisse sind vollkommen unabhängig vom Programm, auch dieses Video schadet Euch.
Bis 3 Jahren ist Fernsehen prinzipiell schlecht.
Das Fernsehen schadet, ist nachgewiesen und dass mehr Fernsehen mehr schadet ist auch nachgewiesen.
Wie wenig Fernsehen nicht schadet, weiß man nicht.

Vermülle Dein Gehirn nicht mit unsinnigen Spielen oder Videos, denn dein Gehirn lernt immer.
Jedes mal wenn Dir beim Spielen ein Schauer über den Rücken läuft, werden in deinem Gehirn aus Trampelpfaden Straßen gebaut und zwar für den Rest deines Lebens.
Möchtest Du wirklich, dass Dein Gehirn für den Rest deines Lebens auf Egoshooter oder Autorennen programmiert wird???

Der Effekt ist dramatisch und kausal.
Das heißt Umweltfaktoren sind aus diesen Studien soweit wie möglich raus gerechnet.
Der Effekt ist dosisabhängig, viel Fernsehen schadet viel, weniger Fernsehen schadet weniger.

NOCHMAL
Das Problem ist, dass ein junges Gehirn wahnsinnig schnell und nachhaltig lernt.
Wenn die Spuren erst gelegt sind, hast du richtig Mühe später mal was anderes zu machen.
Gar kein Fernsehen für Kinder
und mehr Bewegung für alle.
Übrigens
Erkenntnisse aus Hirnforschung und Tierversuchen lassen vermuten
Wenn Du nach dem Lernen, fernsiehst oder Computer spielst, vergisst du das Gelernte schneller wieder.
Denk mal drüber nach.
Tschüss

26 Responses to Wusstest Du Schon, Gehirn und Fernsehen

  1. Ayu says:

    Hallo,
    finde eure Beiträge wirklich klasse. Nur schade, das die Qualität der Videos so leiden muss.

    Man weiß zwar immer das TV schädlich ist, aber die Hintergründe erfährt man nur sehr mühsam. Daher volle 10 Punkte für diesen Artikel.

    Hoffe es kommt noch mehr wissenswertes.

    Ayu

  2. admin says:

    Danke Ayu, es kommt noch mehr mehr und weniger wissenswertes.
    Wir fangen gerade erst an rumzuprobieren.
    Wir machen alles nebenbei, allein, am Laptop, dementsprechend ist die Qualität. Was genau meinst du mit die “Qualität leidet”? Vertehst Du den Ton nicht, kannst du Gesichter nicht erkennen oder sind die Übergänge und Schnitte nicht professionell genug?
    PS: Schau doch mal auf den rudimentor Youtube Kanal (oben rechts in der Linkrolle), dort kann man unsere ‘Videos in hoher Qualität ansehen’ und es gibt dort noch mehr interessante Videos die nicht von uns sind.

    So long, rudimentor.de

  3. admin says:

    @ Hackl4 aka Gregg
    Hi. Also a) Worum es bei uns geht ist, dass Fernsehen als Medium schädlich ist, unabhängig vom Inhalt. Dann kommt noch der Inhalt mit seiner spezifischen Wirkung
    b) Harald Lesch und seine BR-Alpha Sendung (alpha centauri) sind natürlich großartig und eine feine Sache, ebenso die BR-alpha Sendung von Manfred Spitzer (Geist und Gehirn).
    Es sind sicher die besseren Angebote um sein Gehirn zu schädigen :-)

    @ alle
    Schaut Euch die Videos an:
    Astrophysiker Harald Lesch mit Alpha Centauri:
    http://www.br-online.de/br-alpha/alpha-centauri/index.xml

    Manfred Spitzer mit “Geist & Gehirn”
    http://www.br-online.de/br-alpha/geist-und-gehirn/index.xml

  4. admin says:

    @ BrainLostJoker von YouTube
    Wenn man vielen etwas sagen möchte, kann man nicht immer alles nach allen Seiten hin abwägen und differenzieren.
    Unser Video fasst einen 90 minütigen Vortrag von einem anerkannten Prof. zusammen, und ist sehr wohl differenziert. Der Vortrag ist sehr eindeutig in seinen Schlußfolgerungen und Erkenntnissen, diese haben wir verwendet. Die Abhängigkeiten und Zusammenhänge von niedrigem Lernniveau und Fettleibigkeit mit Fernsehen und Computerspielen sind eindeutig, (Abwägung: Dass heisst ja nicht, dass es noch andere Ursachen geben kann und gibt)

    Wenn du Dir die Zeit nehmen möchtest, hier der kompletten Vortrag:
    http://www.videogold.de/vorsicht-bildschirm-gefahren-von-computer-und-fernsehen/

  5. Karl Kaufmann says:

    So ein Mist! Durch das Ansehen dieses Beitrags werd ich also nun Fett und Blöd. Da hätte ich mal lieber einfach gar nichts gemacht. Vielen Dank auch.

  6. admin says:

    Verrückte Ironie, nicht wahr? Aber jetzt weisst Du ja Bescheid und kannst Dich schützen :)

  7. admin says:

    An machmud von YouTube

    Hallo machmud,

    also dass, Du Defizite erkennst und den Willen hast sie auszugleichen, zeigt doch schon, dass Du auf jeden Fall auf dem richtigen Weg bist.

    Kurz zur Theorie:
    Mit dem Alter werden sowieso aus Pfaden die Autobahnen; dass geschieht immer (Es lagert sich Fett an und das beschleunigt die Geschwindigkeit der Neuronen im Hirn) Das Problem ist, das Fernsehen im Kleinkindalter falsche Spuren legt, und somit später die falschen Pfade ausgebaut werden.

    Manfred Spitzer, der Hirnforscher, sagt aber das es jederzeit möglich, bestimmte Defizite durch Übung auszugleichen, es dauert nur länger. Für Dich heisst das, ganz banal: Wenn Du Schwächen bei Dir entdeckst, dann käpmfe dagegen an bzw übe. Deine Schwächen kannst Du selbst am besten identifizieren, denn Du brauchst Dir selbst nichts vormachen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Dein Ausdruck und Deine Schreibweise scheint mir doch sehr brauchbar zu sein, wenn ich mal die anderen Kommentare als Vergleich nehme. Hast Du ein Problem mit Deinem Körper mach Sport. Suchst Du Freunde geh in einen Verein, spiel Theater oder lerne ein Orchesterinstrument. Oder Lerne was Du meinst versäumt zu haben, die Angebote sind vielfältig. Alles was Du brauchst ist Wille und den hab ich schon gesehen bei Dir, die Hirnforschung steht Dir da nicht im Weg – Also Viel Erfolg

  8. machmud says:

    Danke für Deine Antwort,

    da bin ich froh, dass sich diese Defizite durch häufiges Üben noch ausgleichen lassen allerdings liegt darin auch das Problem. Ich hab das Gefühl das mein Gehrin durch das viele Fernsehen zu Zivildienstzeiten “Faul” geworden ist und ich mich nur noch schwer für längere Zeit konzentrieren kann bzw das kann ich schon nur eben nicht fürs Lernen. Ich denke das hat viel mit der Psyche zu tun, denn ich habe die Rahmenbedingungen schon drastisch verändert (Fernsehr raus, Bücher rein, Tageszeitung abonniert, 2-3 mal die Woche Sport) das einzige was mich jetzt noch vom konsequenten Lernen abhält bin ich selbst, der extreme Zeitdruck und meine oft abschweifenden Gedanken. Gibts denn da irgentwelche Gedankentricks die die Freude am Lernen oder die “Lernausdauer” steigern können? Hoffe ich habe hier jetzt nicht den Rahmen dieses Blogs gesprengt aber vielleicht habt Ihr ja doch ein paar Tipps für mich.

  9. admin says:

    Hi, Machmud Danke, Im Gegenteil wir freuen uns, wenn sich jemand mit konkreten Gedanken beteiligt. Ich denke der Trick liegt nicht in den Rahmenbedingungen, sondern im WOFÜR? Es stimmt bei Menschen die besonders Umgebungsabhängig sind, können solche Tricks helfen. Unsere Erfahrung ist aber, dass das eher bei Frauen funktioniert. Bücher hinlegen und Zeitung abonnieren, schafft noch kein Wissen; und Wissen schafft noch keine Erfahrung. Ein ZIEL ist dafür ungalublich wichtig!!! Du musst wissen was DU damit erreichen willst, Welche Information suchst Du in den Zeitungen oder welche Fähigkeit und was willst Du damit machen. DAS IST DER SCHLÜSSEL!!! Wenn Du Ein konkretes Ziel hast, richtet sich die Aufmerksamkeit automatisch. Verwende viel Zeit darauf, ein Ziel zu suchen bzw zu formulieren.

    Allgemein sagt man Ziele sollten erreichbar (nicht zu utopisch), abrechenbar (also dass man konkret festlegt: wenn dass und dass erreicht ist, ist das Ziel erfüllt), terminierbar (in welchem Zeitraum geschieht was?) Ich für mich, habe sehr viel Zeit (3 Jahre!!!) darauf verwendet mir ein Zielpunkt für mein Leben festzulegen, daraus ergeben sich Unter- und Zwischenschritte die mir mittelerweile festlegen wie ich meinen Tag zu strukturieren habe.

    Darüber hinaus gibt es auch Übungen die Konzentrationsfähigkeit trainieren. Ich weiß grade nicht welche genau, aber die lassen sich bestimmt finden. Es wird was damit zu tun haben, dass man versucht z.B. über die Atmung den Gedankenfluss zu verlangsamen oder man versucht sich lange auf einen Punkt auf einem Blatt Papier zu konzentieren. Kiffen ist sowieso ein Konzentrations-Killer; Kaffee auch.

    Aber am Ende bleibts dabei: Du musst wissen WOFÜR!!! Der Rest ergibt sich dann von selbst.

  10. Ayefore says:

    Was ein Quark ihr da verzapft…. Was sind eure Quellen? Focus? Spiegel-Online?

    Aber trotzdem ein schön gemachter Beitrag – mehr davon – vielleicht ein wenig fundierter.

  11. rudimentor says:

    @Ayefore
    Äh danke,.. Naja wie oben steht “Erkenntnisse… beruhen auf Dr. Dr. Manfred Spitzer [Psychologe und Hochschullehrer]. Wie fundiert brauchst Du’s denn?

  12. a. says:

    Na, auf jeden Fall reicht eine Quelle nicht aus! Da gibt’s noch ne Menge mehr Forschungsergebnisse… Dann noch lieber noch den Focus und den Spiegel hinzu ziehen… hehehe :)

    Besten G

  13. [...] ist, auch im Erwachsenenalter, Synapsenverbindung zu lösen und neu zu organisieren. In dem Artikel Wusstest du schon, Gehirn und Fernsehen wird näher auf die Funktion der Synapsenbildung [...]

  14. Nightfly says:

    “Fernsehen ist verarmte Realität.
    Verarmte Realität verursacht weniger und schlechte Pfade im Gehirn.
    und wenn die ersten Pfade schlecht sind, überträgt sich das auf alle höheren Ebenen.”

    Weise Worte.

  15. TV-Lügt says:

    Guter Beitrag auf dieser Seite !
    Wer ist die Blonde in dem Video?
    Ich möchte Sie heiraten !!!

  16. m says:

    spielt es denn gar keine rolle WAS man sieht oder spielt?

  17. admin says:

    Natürlich spielt das schon eine Rolle was man sieht. Aber die Effekte, die wir bereden, treten unabhängig vom Inhalt auf. Ich will das mal so verdeutlichen: Wenn Kinder Fehler machen, gehen wir hin und belehren sie. Das Gehirn merkt sich aber langfristig nicht die einzelnen Inhalte der Belehrung, sondern es lernt belehren. Also wird es später auch so verfahren. Die Belehrungsinhalte habaen kurzfristig natürlich einen Effekt. Langfristig geht es aber um strukturelle Dinge und da werden beim Fernsehen die Weichen entscheidend anders gestellt und zwar bei ganz grundlegenden Dingen wie Dimensionalität und Gleichzeitigkeit.

  18. Kluge says:

    Ja! ABER: … 1. Spielt es sehr wohl eine Rolle, WAS man sieht, WAS man spielt und 2. sind videospielen und fernsehen keine “reinverluste”- will sagen, neben vielen negativen Faktoren sind eben auch ein paar sehr gute dabei.

    “Es gilt, das Maß der Dinge zu finden” bleibt weiterhin meine Antwort auf einseitige Betrachtungen von Konsum.

    Ich habe als Kind und Jugendlicher so ultra-viel TV geschaut, so viele Spiele gezockt- ich arbeite jetzt in der Medienbranche, bin schlank, sportlich und einigermaßen dings, eloquent.

    Ich bleib dabei: Guter Beitrag, aber… siehe oben.

  19. Peter says:

    Man liest das sehr oft, aber: Warum schaltet Fernsehen die Muskeln ab? Weiß man das? Gibt es noch andere Dinge, bei denen sich die Muskeln abschalten? Falls nein, was ist beim Fernsehen so besonders/anders?

    Wie überholt und veraltet diese Vermutungen sein müssen, sieht man ja daran, dass bereits 2006 (!) Spielsysteme wie die Nintendo Wii auf den Markt kamen, die man mit vollem Körpereinsatz spielt. Man _sitzt_ meistens nicht mal mehr beim Computerspielen, ganz zu schweigen davon, dass man sich nicht bewegen würde. Man steht und springt und müht sich ab. Nachfolgende Systeme wie Sonys Move oder Microsofts Kinect zeigen ja, dass das keine exotische Ausnahme ist, sondern vielmehr gar der allgemeine Trend des gesamten Marktes. Kinect z.B. kommt jetzt sogar auf den PC. Bald surft man nicht mal mehr, ohne dabei mit den Armen zu fuchteln. Bin gespannt wie man das in 20 Jahren, falls sich der aktuelle Stand bis dahin herumgesprochen hat, anstellt, den Computerspielen etc. solche Vorurteile anzulasten.

    @TV-Lügt

    Gute Idee, bei den Aktivitäten die du mit der Blonden betreiben kannst, verbrennst du dann auch anständig Kalorien!

    @m

    Ich glaube das sowieso nicht. Ich zappele ziemlich viel, wenn ich auf einen Bildschirm starre. Wie ich das machen würde, wenn doch meine Muskeln abgeschaltet sind, soll mir dann doch bitte noch mal jemand erklären. :D
    Stell dir doch nur folgendes Szenario vor: Du schaust einen Porno und holst dir dabei gepflegt einen runter. Und weil es so gut war, gleich nochmal. Erst beim vierten Mal merkst du, er wird einfach nicht mehr hart oder der Porno ist jetzt schon vorbei – deine Herzfrequenz ist noch erhöht, nachdem du gerade gekommen bist – Kalorien soll das aber keine verbraucht haben?
    Da es also Unterschiede machen muss, WAS man sich ansieht, ist auch die pauschale Aussage, TV würde sooo passiv machen, mindestens fragwürdig.

  20. admin says:

    Das stimmt, das Video ist vom Internet überholt worden und trifft auf Spiele nicht zu. Davon haben wir aber auch nicht geredet. Mit den Muskeln ist das so eine Art Lagerfeuer-Effekt. Man fokussiert sich auf die leuchtende Quelle. Sobald man erregt ist, stimmt das natürlich nicht mehr. Und es gibt auch zappelige Menschen. Aber der Normalfall ist ja eher so mit nem Bier vor der Glotze bei Kerner und da ist der Abschalteffekt schon da. Wie gesagt Spiele sind eine andere Kategorie, weil sie ja immer auch eine Reaktion fordern.

  21. Hohlkörper says:

    ich bin dagegen!!!
    Aber die Blonde Maus ist knuffig, wo kann man die kennenlernen?

  22. Ich kenne die Arbeit des genannten Professors nicht – und ehrlich gesagt bin ich um 3:45 auch etwas zu gemütlich mich damit im Detail auseinander zu setzen, aber allein die Tatsache dass allen ernstes das komplett passive Erlebnis des Fernsehschauen mit der interaktiven Medium Computer / Computerspiele vorbehaltlos in einen Topf geworfen werden lässt in mir Zweifel an der Ernsthaftigkeit und neutralen Betrachtungsweise der Arbeit aufkommen.

    Jeder der bereits einmal selbst ein actionreiches Computerspiel wie einen Ego-Shooter gespielt hat wird wissen, dass man dabei sehr wohl ins nicht nur sprichwörtliche Schwitzen kommen kann, jeder der einmal ein Adventure gespielt hat wird wissen wie sehr ein Spiel den Intellekt und die Kombinationsgabe strapazieren und jeder der einmal ein Strategiespiel gespielt hat wird wissen wie sehr ein Spiel Erinnerungsvermögen, Vorausplanung und schnelles Auffassungsvermögen fordern kann.

    Ich möchte damit nicht sagen, dass wir unsere 4 jährigen Kinder den ganzen Tag vor Computerspiele setzen sollten, aber (aktive) Computerspiele und (passiver) Fernsehkonsum sollten strikt voneinander getrennt untersucht werden, denn beides sind grundlegend verschiedene Aktivitäten.

  23. admin says:

    Du hast vollkommen recht, deswegen haben wir ausschließlich vom Fernsehen und Video schauen gesprochen.

  24. Das ist nicht wahr. Es wird mehrfach auch von Computerspielen gesprochen. Zum Beispiel an folgenden Stellen: 0:08, 0:41, 4:50. Allein die Tatsache, dass Computerspiele mehrfach genannt werden suggeriert, dass die gewonnenen Erkenntnisse bedingungslos auf diese übertragen werden können – auch wenn das vielleicht nicht explizit ausgesprochen wird.

    Außerdem sei noch darauf aufmerksam gemacht, dass visuelle und akustische Wahrnehmung immer Zeitversetzt stattfinden – auch für reale Erlebnisse. Die unterschiedliche Geschwindigkeit der Ausbreitung von Schallwellen und Lichtwellen/-teilchen in Luft führen zu dieser Diskrepanz.
    Weiter lassen Erkenntnisse aus der Forschung um Neurale Netzwerke und maschinelles Lernen vermuten, dass ein Netzwerk von Neuronen durchaus in der Lage ist von Modellen realer Begebenheiten (z.B. Bildern und Filmen) effektiv zu lernen (siehe Dr. Geoffrey Hinton, Google Tech Talks 2007).
    Dies wird auch von Experimenten gestützt, die zeigen, dass beim Betrachten des Abbildes eines Objektes / einer Szene die selben Gehirnregionen aktiviert werden, wie wenn das Objekt / die Szene tatsächlich betrachtet werden.

    Ich wage also zu behaupten, dass nicht das Medium grundsätzlich für die Verblödung ganzer Generationen verantwortlich ist, sondern vor allem der miserable Inhalt, den die privaten Fernsehsender den ganzen Tag lang senden. Indoktrination verursacht geistige Verarmung – unabhängig des genutzten Mediums.

    Nochmals: ich möchte damit nicht sagen, dass wir unsere Kinder den ganzen Tag lang vor “die Glotze” setzen sollten oder dass es ihrer persönlichen Entwicklung unbedingt förderlich ist – auch wenn dort den ganzen Tag lang nur Phoenix und arte lief.
    Dennoch: die generelle Dämonisierung dieser Medien ist der falsche Weg und gefährlich. Dieses Video selbst ist ein hervorragendes Beispiel wie, selbst wenn alle Erkenntnisse uneingeschränkt richtig seien, was ich aufgrund der hier vorgebrachten Argumente und Beispiele stark bezweifle, selbst dann wäre der persönliche und gesellschaftliche Effekt dieses Videos in der Summe vermutlich positiv. Im Anbetracht der Menge an “Folgegedanken” und “Folgeüberlegungen”, die das Video hervorgerufen hat, sicherlich auch aus neurologischer Sicht. Wahrscheinlich ist das auch der Grund dieses Video trotz der darin vermittelten Erkenntnisse überhaupt zu produzieren.

  25. admin says:

    Oh, wie recht Du hast. Ist wohl doch zu lange her, um sich korrekt zu erinnern und ich bin zu faul, um noch mal richtig nachzuschauen. Hiermit ziehe ich alle Kommentare diesbezüglich vorübergehend, ich betone vorübergehend, zurück. Vielen Dank für Deinen aufmerksamen und klugen Beitrag.

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